Presseerklärung:

30.5.2018

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MOIA: VW Skandal 4.0

Presseerklärung zur Veranstaltung bei der IHK Hamburg am 30.5.2018

Preislüge

Moia behauptet, preiswerter als Taxi sein zu können. Der Preis soll irgendwo zwischen Bus und Taxi sein. Wo genau, sagt man nicht. Die Preise von Moia kennt niemand. Sie werden geheim gehalten.
Die Betriebskosten von Moia liegen weit über den Kosten der Taxibranche. Moia kann die Taxipreise nur dann unterbieten, wenn der Mutterkonzern, hier der VW, Millionen dazu gibt. Nur mit Millionen von VW kann Moia die Taxipreise unterbieten. Klassisches Dumping. Die Taxibranche wird geschickt in die Ecke eines Preistreibers geschoben.
Das ist nicht fair.

Umweltlüge - Greenwashing

Moia Fahrzeuge sind nicht umweltfreundlich. Es ist hinlänglich bekannt, dass Elektrofahrzeuge mit großen Batterien mehr Umweltschaden anrichten, als die klassischen Verbrenner. Moia muss den Strom Mix tanken und dieser ist nicht grün, sondern braun und schwarz wie die Braun- und Steinkohle sind, welche für Moia verstromt werden.
Die Herstellung der großen Batterien ist Energie intensiv. Energieersparnisse durch den Elektroantrieb bei den Fahrzeugen mit einer großen Batterie gibt es nicht. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Taxibranche wird geschickt als Schmuddelkind dargestellt. Direkt sagt es keiner, aber indirekt werden die Prämissen so gestellt, dass nur diese eine Schlussfolgerung zulässig ist.
Kinderarbeit ist eine der Voraussetzungen für Moia. Die Rohstoffe für die Batterie sind kostbar. Darunter zählen insbesondere Lithium und Kobalt. Amnesty International verweist darauf, dass die Hälfte der Kobaltproduktion in Kongo stattfindet. Dafür werden Kinder ab ihrem siebten Jahr missbraucht. (Die Zeit vom 15.11.2017 Amnesty wirft Autoherstellern Förderung von Kinderarbeit vor).
Sehr geschickt aber unfair.

Innovationslüge

Sharing ist eine Innovation. Allerdings machen es die Taxen schon. In Hamburg gibt es gleich zwei Anbieter, die das Sharing im Angebot haben:

  1. Hansa Funktaxi 211211 mit dem Angebot „Shared“ und
  2. mytaxi mit dem Produkt „match“


Es hat sich herausgestellt, dass beide Angebote von den Kunden nicht angefragt werden. Mytaxi hat den Kunden monatelang automatisch 50% Ermäßigung gegeben, wenn sie die Option „match“ wählten, unabhängig davon ob jemand zusteigt oder nicht. Es hat sich gezeigt, dass Ridesharing trotz Dumping kaum zustande kam, was mytaxi dazu veranlasst hat, aus diesem Geschäft weitestgehend auszusteigen.
Moia stellt sich auf Podest und lässt sich als innovativ feiern.
Auch das ist nicht fair.

Verkehrs-Entlastungs-Lüge

Moia verkündet, dass die Leute vom eigenen Auto auf Ridesharing bei Moia umsteigen werden. Dieses soll den Verkehr entlasten und die Mobilität in der Stadt beschleunigen. Dieser Schwindel hat gleich mehrere Schwachpunkte. Darunter diese:

Billig = Mehr Verkehr

Moia will tüchtig Dumping machen. Wenn Moia-Fahrt kaum mehr als Bus und Bahn kostet, dann steigen die Leute von Bus und Bahn auf Moia um und der individualisierte Verkehr nimmt zu.

Wirtschaftliche Preise = Kein Sharing

Wenn Moia wirtschaftlichen Preise verlangen sollte, dann ist Moia keine Alternative für das Taxi oder das eigene Fahrzeug. Die Ursache dafür liegt darin, dass Sharing unbeliebt und umständlich ist. Als Fahrgast weiß man nie, wann man ankommt und wie viele Zwischenstopps eingelegt werden. Auf so was lässt man sich nur dann ein, wenn man extrem viel Zeit hat. Das haben die jungen dynamischen Großstädter gerade nicht.

Anreiz für das eigene Fahrzeug steigt

Wenn Moia es tatsächlich schaffen würde, dass eine signifikante Zahl der Menschen auf ihr Auto verzichten, führt das dazu, das viele andere Menschen sich dann erst recht ein eigenes Fahrzeug zulegen. Wenn die Straßen frei sein sollten, dann hat das eigene Auto erst recht Sinn, weil das Fahren mit eigenen Fahrzeug auf leeren Straßen in einer Großstadt Spaß macht und man billig und schnell sein Ziel erreicht.
Moia ist zum Dumping verdammt. Das ruiniert das Taxigewerbe und verschlimmert die Staus.
Das ist nicht fair.

Folgen für das Taxi

Da Moia mit wirtschaftlichen Preisen keine Chance auf dem Markt hat, wird massiv Dumping gemacht. Dieses Dumping wird die Taxibetriebe ruinieren. Sind die Taxen erst mal weg, wird Moia die Ernte einfahren und die Mobilitätsnöte der Bürger zum eigenen Vorteil ausnutzen, also den Preis erhöhen. Am Ende zahlt der Bürger die Zeche und die Autos stehen nach wie vor in den Staus.
Moia ist ein großer Schwindel. VW kennt sich mit so was aus.
Das ist den Kunden gegenüber nicht fair.


travis bickle