Erschaffung eines Ubers

von Ivica Krijan

27.5.`18


Bericht von der Sitzung des Verkehrsausschusses am 25.05.2018
Schwerpunkt: MOIA

Der Hamburger Verkehrsausschuss hat sich der Sitzung am 25.05.2018 mit der Genehmigung von Moia in befasst. Zur Befragung wurden die Vertreter der BWVI eingeladen. Anwesend waren:

Als Zuschauer waren ungefähr zwanzig Taxiunternehmer anwesend. Der Verkehrsausschuss hat sich volle zwei Stunden mit dem Thema befasst.
Sofort am Anfang wurde festgestellt, dass in der Sitzung im Juni jeweils ein Vertreter von Moia und Taxigewerbe angehört werden soll. Es wurde entschieden, Herrn Clemens Grün von HTV als Vertreter aller Taxifahrer einzuladen. Der Vorschlag der Linken, zwei Vertreter einzuladen wurde abgelehnt. Warum der Verkehrsausschuss den Vorsitzenden eines Zwei-Mann-Verbandes als Sprecher aller Hamburger Taxifahrer einlädt, wurde nicht erklärt. Fragen der Gäste waren nicht erlaubt.
Die Vertreter der BWVI haben lange über die Genehmigung von Moia referiert. Sie erklärten noch mal all das, was wir schon aus der Genehmigung selbst kennen und ließen sogar ein wenig hinter die Kulissen blicken. Insbesondere Herr Rieckhof sprach von Hintergründen dieser Entscheidung in einer nie dagewesenen Deutlichkeit. Unter Anderen sagte er:

Die Mitglieder des Ausschusses haben nach dem Referat Fragen gestellt. Darunter auch sehr vieles, was wir schon kennen. Interessant waren es folgende Punkte:

Mein Kommentar dazu:


Die Politik hat sich mit den Autokonzernen zusammengetan und hat entschieden, aus Angst vor Uber einen deutschen Uber zu fördern. Wir haben das Konzept schon sehr früh zutreffend Volks-Uber genannt. Anstatt das Gesetz so anzupassen, dass Heuschrecken wie Uber hier nie Fuß fassen können, passt man das Gesetz den Bedürfnissen der Autohersteller an. Dass man damit indirekt die Schleuse für Uber öffnet, ist der eigentliche Widerspruch, von dem keiner redet.
Der Glaube an Sharing hat einen fast religiösen Charakterzug bekommen. Wer daran nicht glaubt, oder Kritik übt, wird fast inquisitorisch beäugt. Die Fakten aber sprechen gegen das Ridesharing (MyTaxi Match floppte trotz Dumping von 50%, das Hansafunk Ride Sharing kommt nicht voran, CleverShuttle anscheinend auch nicht...). Die Fakten sagen, dass der Kunde das Sharing nicht will. Und wenn der Kunde etwas nicht will, dann will man ihn mit noch mehr Dumping zu seinem Glück zwingen.
Am Ende, bei wenigen Cents pro Kilometer, werden wahrscheinlich einige Kunden schwach und werden zu Moia abwandern. Sie werden vor allem von Bus und Bahn umsteigen und damit die Verkehrslage nicht entlasten, sondern drastisch verschärfen. Leider wird im gleichen Zug das Taxigewerbe an die Wand gedrückt, bis es erstickt. Wenn die Taxen verdrängt sind, oder nicht mehr in ausreichenden Zahl vorhanden sind, wird Moia die Ernte mit Surge-Pricing einfahren. Ein Schuft, wer dabei an Uber denkt.
Am Ende wird der Bürger die Zeche zahlen.
Ivica Krijan, 26.5.2018

travis bickle